Städtetrips
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Antwerpen im Sommer

Antwerpen vom MAS aus gesehen

Das muss Liebe sein, Liebe auf den ersten Blick: Der Blick aus dem Hotelzimmer geht auf einen der schönsten Bahnhöfe, die ich bisher gesehen habe. Sicher, man kann darüber diskutieren, ob das davor platzierte Riesenrad das Bild stört – ich finde den Anblick einfach nur traumhaft. Aber natürlich hat Antwerpen weit mehr zu bieten als Bahnhof und Riesenrad und so machen wir, mein Mann Steffen und ich, uns im schönsten Sommerwetter auf Entdeckungstour durch die Stadt.

Blick aus unserem Hotelzimmer auf das Riesenrad vor dem Bahnhof von Antwerpen

Blick aus unserem Hotelzimmer auf das Riesenrad vor dem Bahnhof von Antwerpen

Vom Bahnhofsviertel ist es ein kleiner Spaziergang von etwa 15 Minuten bis zur historischen Altstadt. Wir haben Glück und laufen direkt hinein ins Bollekesfeest – einem kulinarischen Jahrmarkt. An den unterschiedlichsten Ständen kann man sich durch die Vielfalt belgischer Spezialitäten probieren. Bier ist natürlich hoch im Kurs, aber auch Käse und Wurstwaren finden ihre Abnehmer. Ich finde es besonders spannend, der Antwerpener Bäckerinnung bei der Herstellung der berühmten Antwerpener Hände (hier etwas zur Legende) zuzusehen. Besonders neidisch bin ich auf die riesige Ausstechform, mit der Hunderte Hände gleichzeitig aus dem Teig gepresst werden. Mit so einer Form ließe sich die alljährliche Plätzchen-Bäckerei zu Weihnachten um einiges beschleunigen 🙂

Bei so viel Auswahl fällt es schwer, sich zu entscheiden, wo man nun zuschlägt. Für ein ausgiebiges Essen ist es uns noch zu früh, aber am Ende kommen wir an einer belgischen Waffel nicht vorbei.

Belgische Waffel mit Erdbeeren vor dem Rathaus von Antwerpen

Belgische Waffel mit Erdbeeren vor dem Rathaus von Antwerpen

Weiter führt uns der Weg zum Fluss, zur Schelde. Hier sind weitere Stände aufgebaut und auch Kinderkarussels. Wir werfen einen Blick auf das ehemalige Schifffahrtsmuseum, das heute ein Kindermuseum ist. Uns zieht es aber weiter zum Neubau, zum MAS, dem Museum am Strom. Ich hatte schon Bilder davon gesehen und da ich ein Faible für moderne Architektur habe, stand das natürlich ganz oben auf meiner Liste für eine Antwerpen-Besichtigung.

Ein Bummel entlang der Schelde

Ein Bummel entlang der Schelde

Während wir uns dem Museum nähern, dringt immer lauter Musik zu uns – ohrenbetäubender Hip Hop, wie sich später herausstellt. Im Wasserbecken rund um das MAS zeigen nämlich gerade Wakeboarder ihr Können. Hierfür wurde ein 220 m langes Kabel gespannt und vier Hindernisse wurden im Wasser platziert, damit möglichst spektakuläre Sprünge geboten werden können. Ich fühle mich ein wenig erinnert an die Zeit, als ich in Australien auf die dortige Surf- und dann Snowboard-Szene gestoßen bin. Das ist jetzt aber auch schon fast zehn Jahre her und ich werde langsam zu alt für diese Kultur.

Wakeboard-Wettbewerb vor dem MAS, Antwerpen

Wakeboard-Wettbewerb vor dem MAS, Antwerpen

Wir suchen dann doch lieber etwas Ruhe im Inneren des MAS. Das Museum selbst hat zwar schon geschlossen, aber bis 22 Uhr abends kann man (kostenlos) auf die Dachterrasse fahren und von dort die Aussicht auf Antwerpen genießen. Die Abendsonne lässt die Stadt golden erstrahlen und zaubert fast automatisch entspanntes Lächeln auf die Besucher der Stadt.

Die Dachterrasse wäre perfekt für ein Picknick, hätten wir vorher am Bollekesfeest etwas zu essen gekauft. So treten wir dann doch mit leichtem Magenknurren den Weg nach unten an. Wir lassen uns einfach treiben, grob in Richtung Markt und Bahnhof werden wir schon etwas zu essen finden, denken wir uns. Und plötzlich ziehen pinke Flamingos unsere Aufmerksamkeit auf sich.

Das Flamoush ist eine recht neue Salatbar, deren Logo eben ein pinker Flamingo ist. Auf der Tageskarte fand ich spontan den Couscous spannend, habe mich dann aber doch für eine sehr leckere und frische Suppe entschieden. Wer es individueller mag, kann sich seinen Salat aus verschiedenen Zutaten selbst zusammenstellen. Und keine Sorge, das Team spricht auch Englisch und kann Tipps zum Thema belgisches Bier geben – je nachdem, was gerade gebraucht wird 🙂

Alle aktuellen Infos vom Flamoush findet ihr auf der Facebook-Seite:

Gut gesättigt mit Suppe und ersten Eindrücken von Antwerpen machen wir uns wieder auf den Weg ins Hotel. Vorher werfen wir noch einen Blick ins Innere des wunderschönen Bahnhofs, aber dann wird es wirklich Zeit zum Schlafen.

Der nächste Morgen begrüßt uns mit einer immer noch strahlenden Sonne und wir beschließen, noch ein wenig weiter durch Antwerpen zu bummeln – ohne konkretes Ziel, einfach nur die Stadt erleben.

Da Sonntag ist, sind die Geschäfte auf der Meir geschlossen. Aber allein schon die großen Geschäftshäuser mit ihren prächtigen Fassaden sind einen Besuch dieser Shoppingmeile wert. Wir biegen irgendwann links Richtung Rubenshaus ab und stehen plötzlich im größten Marktgetümmel.

Rund um das Theater gibt es sonntags alles zu kaufen. Und wenn ich „alles“ schreibe, meine ich das genau so: Fahrräder, Obst, Gemüse, Käse, Wurstwaren, Bekleidung, antike Möbel, Hühner, Gänse, Hasen… – alles eben. Gefühlt ist die ganze Stadt hier versammelt, Groß und Klein, Alt und Jung schlendert von Stand zu Stand und stöbert im vielfältigen Warenangebot. Dazwischen gibt es immer wieder Straßencafés, in denen die Menschen auftanken, oder sie sitzen mit einer Tüte belgischer Fritten auf einer Bank.

Belgische Fritten ist überhaupt das Stichwort. Jetzt sind wir schon fast zwei Tage in der Stadt und haben noch nicht das Nationalgericht probiert, dass die Belgier gern zum UNESCO-Weltkulturerbe erklären lassen wollen. Aber wir bekommen schon noch unsere Gelegenheit. Denn so schön der Sonnenschein auch ist, irgendwann zieht ein Sommerschauer herauf. Uns treibt der zu Max, einer winzigen Frittenbude in der Stadt. Hier erstehen wir endlich unsere Portion und machen es uns damit in der kleinen Gaststube gemütlich. Während draußen der Regen niederprasselt, lassen wir uns die Fritten munden – perfekt.

Und wie heißt es so schön? Auf Regen folgt Sonne. Für uns heißt das Ende des Schauers auch Abschied von Antwerpen nehmen. Denn das nächste Ziel auf unserer Reise wartet schon. Aber wir kommen wieder, versprochen. Denn: Diese Liebe, die hält ewig.

Kleine, niedliche Gasse in der Altstadt Antwerpens

Kleine, niedliche Gasse in der Altstadt Antwerpens

Kurzinfos:
Hinkommen:
Wir sind mit dem Auto aus Bremen quer durch den Ruhrpott angereist. Züge aus Deutschland fahren in der Regel über Essen. Antwerpen ist auch per Flugzeug (von Frankfurt aus) zu erreichen.

Übernachten:
Wir hatten das Park Inn am Hauptbahnhof gebucht, haben aber wegen Bauarbeiten ein Upgrade ins Radisson Blu erhalten. Von hier hatten wir den fantastischen Blick auf den Bahnhof. Parken kostet für 24 Stunden 19 €, ist aber angesichts der Parksituation in der Stadt angemessen. Kleiner Tipp: Bei der Ausfahrt aus dem Parkhaus die Option für „große Autos“ wählen.

Aktivitäten:
Antwerpen ist wunderbar zum Einfach-Nur-Bummeln geeignet. Es gibt aber natürlich zahlreiche Museen für Besichtigungen oder Gelegenheiten zum Shopping in der Modestadt schlechthin. Wer es etwas aktiver mag, geht am besten auf eine Radtour – direkt in der Stadt oder in der näheren Umgebung. Ansonsten gibt es fast immer irgendeine Veranstaltung, besonders im Sommer seien euch die Termine zum jährlichen Sommerfestival „Zomer van Antwerpen“ ans Herz gelegt.

Weitere Tipps für Antwerpen findet ihr bei:
Mela von morgenmuffel.in
Elke von meerblog.de
Ute von bravebird.de
Yvonne bzw. in diesem Fall Alexandra auf justtravelous.com
Karina von zauberhaftesanderswo.de
Anita von travelita.ch

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Antwerpen

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Antwerpen 51.219448, 4.402464 Antwerpen, Belgien (Routenplaner)

Wart ihr schon in Antwerpen? Dann her mit euren Tipps in die Kommentare! Vielen Dank 🙂

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