Autor: Carolin

Der Esel unterwegs beim Fotografieren der Rakotzbrücke in Kromlau (c) Carolin Hinz www.esel-unterwegs.de

Foto-Highlight: Rakotzbrücke

Die Rakotzbrücke im Rhododendronpark Kromlau ist zweifelsohne ein beliebtes Fotomotiv. Ich bin über dieses Motiv das erste Mal über Twitter gestolpert und konnte gar nicht glauben, dass das gar nicht so weit entfernt ist. Als wir dann Familienurlaub im Spreewald (dazu an anderer Stelle später mehr) machten, haben wir die Gelegenheit zu einem Tagesausflug genutzt, um uns dieses Kleinod persönlich anzusehen. Hier einige Fragen und Antworten rund um die Brücke:

Der Esel vor der Hafenkulisse von St. Tropez

Auf der Jagd nach dem „Gendarm von Saint-Tropez“

„Ich fahre dich bis ans Ende der Welt, wenn es sein muss.“ Gibt es eine schönere Liebeserklärung vom besten Mann der Welt? Gerade habe ich ihm erzählt, dass ich einen Hotelgutschein für Marseille gewonnen habe. Ich war ohnehin dabei, unseren Roadtrip durch Frankreich zu planen, aber ein Abstecher ans Mittelmeer war mir bisher zu weit und daher nicht vorgesehen. Nun also auch noch Marseille. Der Mann wirft einen Blick auf die bisherige Reiseroute und die Landkarten. „Oh, Marseille ist doch super. Dann können wir einen Ausflug nach Saint-Tropez machen.“ Woher kam das denn nun wieder? Ich verband mit Saint-Tropez nur die gleichnamige TV-Serie, die vor Jahren im Nachmittagsprogramm lief, wenn ich aus der Schule kam und erst einmal etwas abschalten wollte. Als Reiseziel erschien es mir nicht sonderlich attraktiv. Mit leuchtenden Augen erzählt mir der Mann dann von den Filmen mit Louis de Funès. Er liebt diesen Humor und möchte die Gelegenheit nutzen, auf Spurensuche an Originalschauplätzen zu gehen. Den „Gendarm von Saint Tropez“ spielte de Funès erstmals 1964 und dann noch fünf weitere Male. …

#vor10Jahren – Ein Gefängnis am Ende der Welt

[14.03.2006] Mein letzter Tag in Ushuaia verlief so unspektakulär, dass ich weder einen Eintrag in meinem Reisetagebuch hinterlassen habe noch Etwas in den E-Mails nach Hause angemerkt hätte. Auch Fotos habe ich ganz offensichtlich nicht gemacht, zumindest konnte ich keine mehr finden. Zur Kommunikation nach Hause: Da ich ja kein Handy mitgenommen hatte, war ich vollends auf öffentliche Kommunikationsmittel angewiesen. Diese ließen sich aber sehr leicht finden: Zum einen gab es ausnahmslos in jeder Jugendherberge internetfähige PCs, deren Benutzung meistens sogar kostenlos war, zum anderen gab es auch am Ende der Welt Läden, bei uns oft Call Shops genannt, von denen man aus günstig surfen und telefonieren konnte – im Spanischen mit Locutorio überschrieben. Insgesamt konnte ich jedenfalls recht regelmäßig Lebenszeichen geben, auch wenn meine Mutter bei einigen Tagen Funkstille doch ein wenig nervös wurde. Heute jedenfalls habe ich noch dem ehemaligen Gefängnis, dem Presidio, einen Besuch abgestattet. Puppen in Sträflingskleidung und Fotos vermittelten einen kleinen Eindruck vom Leben im Gefängnis. Alles in allem aber recht unspektakulär. Für mich hieß es an diesem Tag eh …

Snapfish Fotobuch - Beispielseiten

Eure Stimme für uns!

Update 24.04.2016: Leider haben wir nicht gewonnen. Vielen Dank dennoch an alle, die uns ihre Stimme gegeben haben. Juhu, wir wurden von Saleduck für den Travel Blogger Award 2016 nominiert. Neben Ruhm und Ehre gibt es auch etwas zu gewinnen – 500 € für Platz 1. Als Reiseblogger können wir diese Summe natürlich immer gut gebrauchen, z.B. als Unterstützung des nächsten Trips. Ihr könnt uns unterstützen, indem ihr für uns abstimmt. Wenn euch also gefällt, was ihr hier lest, zeigt es uns mit eurer Stimme für den Saleduck Travel Blogger Award. Hier geht’s zur Abstimmung. Vielen Dank 🙂

Nach einer Wanderung in den Bergen von Ushuaia, Feuerland

#vor10Jahren – Rauf, runter, rauf, runter

[13.03.2006] Heute stand also der Hostelwechsel an. Dazu habe ich früh meinen Rucksack gepackt, diesen aber erst einmal in der Herberge gelassen, um mich auf dem Weg zum Cerro Medio zu machen. Der Cerro Medio ist einer der Berge, den Ushuaia im Rücken hat, wobei ich nicht sagen kann, ob sich das „medio“ auf die Höhe oder die Lage bezieht. Jedenfalls ging es recht steil bergauf. Ushuaia selbst ist ja auch den Hang hoch gebaut, sodass ich schon ganz schön ins Pusten kam, bevor ich überhaupt den Weg zum Gipfel in Angriff nahm. Der Wanderweg führte dann erst durch Wald, bevor er oberhalb der Baumgrenze in einem Geröllfeld endete. Ein kluger Menschenverstand hätte vielleicht gesagt: „Nein, man muss nicht unbedingt den Gipfel erreichen, wenn der Weg nur über Geröll führt.“ Mein Ehrgeiz war aber anderer Meinung. So kämpfte ich mich also den Berg hoch, um dann mit einer schönen Aussicht belohnt zu werden. Während ich so gemütlich bei meiner Brotzeit auf dem Gipfel saß, kamen tatsächlich noch andere Wanderer den Weg raufgekeucht – bis dahin …

Kleine Schutzhütte auf einer Insel im Beagle Kanal vor Feuerland

#vor10Jahren – Auf Darwins Spuren

[12.03.2006] Also, ich möchte heute keinen Beitrag zur Evolutionstheorie abgeben. Vielmehr möchte ich über meinen Ausflug auf dem Beagle-Kanal berichten. Mit einem kleinen Boot ging es hinaus auf den Kanal und zu ein paar Feuerland vorgelagerten Inseln. Dabei kamen wir ganz nah an Seelöwen und Kormoranen vorbei und Pinguine schwammen auch im Wasser. Vom Boot aus hatte man einen herrlichen Blick auf Ushuaia. Besonders ins Auge fiel der Spruch „Fin del mundo – principio de todo“ (Ende der Welt – Anfang von allem). So kann man das also auch sehen. Auf einer der vorgelagerten Inseln sind wir an Land gegangen und haben uns die dortige Vegetation angesehen. Ich fand den Umstand, dass dies der südlichste Punkt meiner gesamten Weltreise war, viel spannender als die Pflanzenwelt. Spannend war auch der Besuch bei einem alten Kauz, der auf der Insel ein Einsiedler-Leben führt und zufällig an diesem Tag Geburtstag hatte. Unsere Touren-Leiterin hatte extra zu diesem Anlass einen Kuchen dabei, von dem wir Touristen alle ein Stück abbekamen. An dieser Stelle, ein kleiner Exkurs zu einer argentinischen …

Blick auf Ushuaia vom Beagle Kanal aus

#vor10Jahren – Am Ende der Welt

[09.03.-11.03.2006] Feuerland – klingt nicht allein der Name schon nach Abenteuer? Hat mich nicht vielleicht auch dieser Name mehr hierher gelockt als das bisschen, was ich darüber wusste? In dem Lied von Keimzeit heißt es „Wir müssen aus Feuerland zurück, …“. Ein wenig kann ich diesen Satz, der natürlich in einem anderen Kontext stand, nachvollziehen. Denn, wie es oft mit abgelegenen Orten ist, man kommt schwer hin und noch schwieriger zurück. Aber zurück zum Anfang: Von El Calafate aus bin ich sehr früh am Morgen nach Rio Gallegos gefahren und habe auch problemlos den Anschlussbus nach Ushuaia bekommen. Dann bin ich ebenso problemlos nach Chile eingereist. Ein Blick auf die politische Weltkarte verrät es: Der Südzipfel vom Südamerikanischen Festland wie auch die westliche Hälfte Feuerlands (einer Insel wohlgemerkt) gehört zu Chile. Nach der Überfahrt über die Magellanstraße auf die Insel war demnach ein erneuter Grenzübertritt nötig, um nach Ushuaia zu gelangen. An der Grenze habe ich eine Gruppe gut betuchter älterer deutscher Touristen getroffen, heute würde man Best Ager sagen, die auf Pauschalreise in Patagonien …

Ein paar Schwarzhalsschwäne im Naturschutzgebiet von El Calafate

#vor10Jahren – Ein paar Flamingos und sonst nix

[08.03.2006] Frauentag. Ich habe nicht mitbekommen, dass der hier irgendwie besonders begangen wurde. Ich habe den Tag hauptsächlich lesend in der Hostel verbracht. Aber so ein Ruhetag nach der Aufregung der letzten Tage ist ja wohl erlaubt. Ich habe immerhin mein Busticket nach Ushuaia in den Händen und komme damit tatsächlich nach einmonatiger Reisezeit nach Feuerland. Ich bin dem Tipp meines Reiseführers gefolgt und habe bei dem Busunternehmen gebucht, dass den direkten Anschluss in Rio Gallegos anbietet. Es gibt nämlich keine Direktverbindung und ein Aufenthalt in Rio Gallegos lohnt laut Reiseführer nicht. Einen Mini-Ausflug habe ich dann heute aber tatsächlich auch gemacht, in die Reserva Municipal. Das ist im Grunde nur ein eingezäunter See, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Dort gab es Flamingos in freier Wildbahn zu sehen, die leider sehr schnell davon geflogen sind, als ich mich mit meiner Kamera näherte. Die Schwarzhalsschwäne waren dafür nicht ganz so kamerascheu. Morgen dann also Feuerland. So kurz vor der Antarktis wird es allmählich auch immer kälter und es wird Zeit, dass ich den südlichsten Punkt meiner …

Blick auf den Perito Moreno Gletscher in Patagonien

#vor10Jahren – Lautes Eis

[07.03.2006] Wusstet ihr, wie laut Eis sein kann? Unglaublich! Mit dem Minibus von der Hostel in El Calafate ging es in den Nationalpark, in dem der Perito Moreno Gletscher liegt. Auf der Fahrt gab es wieder viel von der patagonischen Steppe zu sehen, sodass ich inzwischen über etwas mehr Abwechslung nicht traurig wäre. Mittlerweile beeindrucken mich die Guanakos und Nandus nicht mehr wirklich. Interessanter (und leckerer) fand ich da schon die Büsche mit Calafate-Beeren – die argentinische Variante der Blaubeere. Es heißt, wenn man von den Beeren isst, kommt man wieder nach Patagonien zurück. Darauf freue ich mich jetzt schon. Der Gletscher selbst hat mich einfach nur umgehauen:so riesig, so blau und eben so laut. Die ganze Zeit ist Bewegung im Gletscher und aufeinander reibendes Eis klingt schaurig schön. Man kann nicht anders, als auf dieses Naturwunder zu starren und einfach nur fasziniert zu sein, dabei ist der Gletscher ja eigentlich nichts weiter als sehr viel Eis. Beim Anblick dieses Spektakels wurde ich ein bisschen traurig. Ähnlich ging es mir an den Wasserfällen von Iguazu: …

Typische Piste mit typischer Landschaft entlang der Ruta 40 von San Carlos de Bariloche nach El Calafate

#vor10Jahren – Die Langsamkeit der Ruta 40

[03.03.-06.03.2006] Ruhe, Einsamkeit, spektakuläre Landschaften – das waren die Eigenschaften, die ich mit dem bloßen Wort „Patagonien“ verband und die Ruta 40 sollte mich in keinem dieser Punkte enttäuschen. Hier nun also ein Bericht der letzten Tage: Die Ruta 40 ist die Nord-Süd-Verbindung von Bariloche nach Calafate (und auch noch weiter) entlang der Andenkette. Sie ist nichts mehr als eine einfache Schotterpiste, weswegen die großen Busgesellschaften diese Strecke gar nicht bedienen, sondern den Umweg über die Atlantikküste machen. Ich wollte aber unbedingt das volle Patagonienerlebnis und habe mich deshalb für die mühsamere Variante entschieden. Der Bus, mit dem wir (10 Leute) unterwegs waren, hatte schon einige Spuren: Steinschlag, Beulen, defekte Lichter. Mir fällt als passendes Adjektiv nur „urig“ ein. Die Schotterpiste hat uns durch die patagonische Steppe geführt. Trockenes Grasland mit dornenreichen Büschen und Herden von Guanakos und Nandus bestimmten das Bild. Hier wachsen keine Bäume, weil all der Regen vom Pazifik an der Andenkette hängenbleibt. Wenn man trotz Rumgeschüttel eingeschlafen ist und nach Stunden aufgewacht ist, hat sich das Bild kein bisschen verändert. In …