Städtetrips
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Die Erben des Paul Spinat

Reiseblogger an der Drachenfelsbahn

„Die Herrschaften des Fotoclub bitte hier entlang.“ Gefolgt von: „Bitte zeigen Sie mir doch, dass Sie zu meiner Gruppe gehören, sonst macht es mir keinen Spaß.“ Öhm, wo bin ich denn hier gelandet? Für dieses Klassenfahrts-Feeling bin ich eigentlich schon zu alt. Und trotzdem werden wir in diesem Oberlehrer-haften Ton angesprochen. Dabei passt das gar nicht zu dem Lebensstil, den Paul Spinat auf die Drachenburg getragen hat. Paul wer? Na, Paul Spinat!

Die Drachenburg bei Königswinter am Rhein

Mit den Mitgliedern der Plattform deutschsprachiger Reiseblogger ging es am letzten Tag unseres Bonn-Wochenendes auf den Drachenfels – ganz entspannt, erst mit dem Boot nach Königswinter und dann mit der Zahnradbahn den Berg hinauf. Oben angekommen empfing uns der Leiter des Besucherservice, um uns „seine“ Burg zu zeigen. Leider deutete er unser beständiges Fotografieren und Twittern als Missachtung, was zu obiger Aussage führte. Dabei haben wir doch einfach nur ganz eifrig alles in uns aufgesogen und dokumentiert.



Ein früherer Bewohner der Drachenburg hat es uns dabei besonders angetan, zumindest mir: Paul Spinat kam aus einfachen Verhältnissen, führte ein Mode-Unternehmen und erwarb schließlich 1971 die Drachenburg und bewahrte sie mit seinen Renovierungsarbeiten vor dem Verfall. Er führte ein recht lockeres und ausschweifendes Leben. Auf der Burg, genauer in Holzhäusern im Garten, durften günstig Studenten wohnen, während er rauschende Feste gab. Am Ende war er zwar pleite, aber sein Geist weht immer noch durch das Schloss.

Goldener Hirsch im Garten der Drachenburg

Allerdings scheint sich seine Lockerheit nicht auf jeden Nachfahren übertragen zu haben. Dabei muss ich unserem Gastgeber zugute halten, dass ihm die Leidenschaft für die Drachenburg anzumerken war, er wollte uns einfach möglichst alles in recht knapper Zeit zeigen. Aber Blogger ticken halt anders. Wir suchen uns unsere Lieblingsgeschichten heraus und das passende Bildmotiv dazu. Bei Kristine im Blog könnt ihr sehr schön sehen, wie ich mich selbst zu Boden werfe, nur um ein schönes Foto zu bekommen 😉

Der goldene Rolls-Royce von Paul Spinat auf der Drachenburg

Ich persönlich habe ja ein Faible für schöne Autos. In der Garage von Paul Spinat hätte ich mich daher liebend gern länger aufgehalten. So musste ich mich mit dem kurzen, aber beeindruckendem Blick auf den goldenen Rolls-Royce zufrieden geben. Und so bleibt von diesem Besuch vor allem eines: Wiederkommen und die Burg auf eigene Faust erkunden – und dabei den Geist von Paul Spinat einatmen 🙂

Zu dieser Reise wurde ich über die Plattform deutschsprachiger Reiseblogger von der Tourismus & Congress GmbH Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler eingeladen. Meine Meinung bleibt davon unberührt.

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7 Kommentare

    • Carolin sagt

      Ich war ja zwei Tage später beim Tweetup im Focke-Museum – und war positiv überrascht, dass tatsächlich Verständnis für die Live-Reportage möglich ist. Aber aus solchen Erfahrungen lernen sicher alle Seiten 🙂

  1. Ulla Schmidt sagt

    Dieser Artikel erinnert mich an eine super Zeit. Paul Spinat war früher mein Chef, ich habe in seinem Atelier in der alten Villa in Bad Godesberg gearbeitet. Das war eine verrückte Zeit. Wir hatten einen weißen Pool im Park und wenn das Wetter schön war konnten wir schwimmen und brauchten nicht zu arbeiten. Wer am Wochenende aus war und noch Kater hatte, konnte sich erst mal hinlegen und ausschlafen. Weihnachten gab es immer zwei Meter Stoff aus Paris und die Weihnachtsfeier fand auf der Drachenburg im Rittersaal statt. Es war eine der schönsten Zeiten meines Lebens. Wir haben nicht viel verdient aber das war uns egal. Wir hatten ohne Ende Spaß.

    • Carolin sagt

      Wow, das klingt nach einer tollen Zeit. Ich war ja schon während der Führung durch die Drachenburg ganz fasziniert von der Geschichte des Paul Spinat. Das ganze live zu erleben, muss unglaublich gewesen sein. Vielen Dank für das Teilen deiner Erinnerungen.

  2. Ich denke gerne an die erste Bloggerreise der PDRB zurück. Der „Oberlehrer“ ist uns vermutlich allen in Erinnerung geblieben. Vielleicht wäre Ulla Schmidt als Führerin viel spannender gewesen? Sie hätte uns bestimmt noch viele andere tolle Sachen über die Drachenburg erzählen können. Ihr Kommentar hört sich jedenfalls sehr spannend an, Paul Spinat ist in der Sympathie-Skala noch einmal ein Stücken nach oben gerutscht. Ich wäre bei einer zweiten Runde „Drachenburg“ mit dabei. 🙂

  3. Pingback: So schön ist ... Schloss Drachenburg (Schlossleuchten) - Teilzeitreisender.de

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