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Hin und wieder zurück: Auf Schlemmerkreuzfahrt mit Color Line von Kiel nach Oslo

Der Esel unterwegs vor der Color Magic im Hafen von Kiel.

Oh, ich liebe das Meer. Auch wenn ich zu Seekrankheit neige, kann mich nichts davon abhalten, ein Schiff zu betreten. So freute ich mich sehr, als wir nach unserer Mini-Kreuzfahrt mit DFDS Seaways nach England im April nun auch von Color Line zu einer Schlemmerkreuzfahrt nach Oslo eingeladen wurden. Ein Arbeitskollege war schon mehrmals mit Color Line unterwegs und berichtete mir von seinen Reisen ganz begeistert. Außerdem hatte ich die norwegische Hauptstadt bisher nicht besucht, obwohl ich schon mehrmals in Norwegen war. Ich war also neugierig und gespannt, was mich auf dieser Kreuzfahrt erwarten würde.

Der Esel genießt die Sonne an Deck der Color Magic auf dem Weg nach Oslo

Der Esel genießt die Sonne an Deck der Color Magic auf dem Weg nach Oslo

Ankunft in Kiel und an Bord

Unser Schiff sollte am Sonntag um 14 Uhr ablegen. Da alle Passagiere gebeten werden bis zwei Stunden vor Abfahrt beim Check-In zu sein, sind wir entsprechend früh in Rostock mit dem Auto losgefahren. Wir parkten gegen 11.30 Uhr direkt am Norwegenkai und konnten schon von hier einen guten Blick auf unser Schiff, die Color Magic, werfen. Das Parken für drei Tage kostet 24 Euro, die Zahlung mit EC-Karte ist möglich.

Vom Parkplatz war es nur ein kurzer Spaziergang zum Terminal. Dank Self-Check-In waren wir nach fünf Minuten mit den Formalitäten durch. Jetzt stand uns eine entsprechend lange Wartezeit bevor. Zum Glück fanden wir ein ruhiges Plätzchen auf der zweiten Ebene des Terminals, wo wir unsere mitgebrachten Brote verspeisten. Auf der ersten Ebene wurde die Schlange am personell besetzten Check-In immer länger und auch fürs Boarding bildeten sich bereits jetzt lange Schlangen. Unsere überwiegend älteren Mitreisenden hatten wohl nicht die Muße, sich einfach einen Sitzplatz zu suchen und abzuwarten.

Strahlender Sonnenschein in Kiel - so kann eine Kreuzfahrt gern beginnen

Strahlender Sonnenschein in Kiel – so kann eine Kreuzfahrt gern beginnen

Wir harrten geduldig aus und setzten uns erst in Bewegung, als klar war, dass wir nicht mehr lange anstehen brauchten. Solchen Stress wollten wir uns nicht machen, schließlich stand uns ein Kurzurlaub bevor.

Am Schiffseingang kamen wir direkt auf die Rezeption zu, wo hilfsbereites Personal bereitstand, um uns den Weg zur Kabine zu weisen. Mit Blick auf unsere Bordkarten bekamen wir zu hören, dass wir uns nicht wundern sollten: Wir hätten eine Vier-Bett-Kabine, in der wir aber nur zu zweit seien. Immerhin sei der Platz in der Vier-Bett-Kabine etwas größer. An diese Worte sollten wir noch denken, als wir die Tür zu unserer Kabine öffneten.

Kabinen bzw. Suiten an Bord

Nachdem wir freundlich in die richtige Richtung gewiesen wurden, standen wir schon kurze Zeit später in unserer 3-Sterne-Kabine – ein recht kleiner Raum, in dem auf den ersten Blick kein einziges Bett zu sehen war. Nach kurzer Irritation klappten wir erst das Wandbett, dann das Sofa zu richtigen Betten um. Die übrigen zwei Kojen waren in den Decken untergebracht und ließen sich einfach nach unten klappen. Das Bad war, nun ja, klein, aber ausreichend. Dennoch fragten wir uns, wie vier Personen in dieser Kabine Platz finden sollten – mit Gepäck und anderem Kram, den man so auf Reisen mitschleppt. Was uns aber vor allem traurig stimmte, war der Umstand, dass wir ja sowieso schon eine Fernbeziehung führten und jetzt nicht einmal im Urlaub ein gemeinsames Bett haben sollten. Nach unseren positiven Erfahrungen mit einem Kabinen-Upgrade bei DFDS Seaways beschlossen wir, den Weg zur Rezeption anzutreten und auch an Bord der Color Line nach Upgrade-Möglichkeiten zu fragen. An der Rezeption konnte man uns tatsächlich eine 5-Sterne-Suite anbieten. Und auch wenn der Aufpreis unser gesamtes geplantes Budget sprengte, griffen wir gerne zu – man gönnt sich ja sonst nichts 🙂

Etwa eine Stunde nach unserem Boarding öffneten wir schließlich die Tür zu unserem Refugium für die nächsten zwei Tage. Der Unterschied war überwältigend: großes komfortables Bett, Sitzecke, ein Riesen-Fenster zum gemütlichen Herausgucken, schickes Bad, das sogar Fußbodenheizung hatte. Mit dem Upgrade war auch eine gefüllte Minibar, das Frühstück auf Deck 15 (ganz oben), kostenfreier Zugang zum Fitness-Studio und SPA-Bereich sowie kostenfreies WLAN verbunden – das hat sich also vollends gelohnt.

Unterhaltung an Bord

Erster Programmpunkt für uns war natürlich, das Auslaufen aus Kiel von Deck zu beobachten. Bei strahlendem Sonnenschein legten wir ab und hatten eine gute Sicht auf die Kieler Förde mit ihren Sehenswürdigkeiten. Nachdem uns irgendwann aber doch kalt wurde, haben wir das Schiff näher in Augenschein genommen.

Unsere Schlemmerkreuzfahrt war gleichzeitig eine Jazz-Kreuzfahrt, sodass an jeder Ecke verschiedene Bands auftraten und das ganze Schiff permanent zum Klingen brachten. Wir schlenderten ein wenig über die Promenade, an den verschiedenen Restaurants und Shops vorbei, sahen uns das Casino und die Spielhalle an und beobachteten einfach auch andere Passagiere.

Am Abend sind wir in die Show-Vorstellungen gegangen. Es wird jeweils eine andere Show auf der Hin- und Rückfahrt gezeigt, sodass es genügend Abwechslung gibt. Die Auftritte der Musical-Darsteller waren wirklich gut und geradezu ergreifend war die Darstellung des Conchita Wurst-Doubles mit „Rise like a Phoenix“, die ich sogar fast noch etwas besser fand als das Original.

Langweilig wird einem jedenfalls nicht an Bord der Color Line Schiffe, dafür gibt es echt genug zu tun und sehen. Und zur Not gibt es immer noch das Meer, das genug Abwechslung bietet – oder eben der Fernseher in der Kabine.

Essen an Bord

Bei unserer Schlemmerkreuzfahrt waren Abend- und Frühstücksbuffet im Preis enthalten. Am Abend erwartete uns ein Riesen-Buffet auf Deck 7. Das Angebot war so umfangreich, dass ich es kaum beschreiben kann: verschiedene Fleisch- und Fischwaren, alle möglichen Beilagen, Gemüsesorten, Soßen, riesiges Dessert- und Kuchenangebot, Suppen, Brote, Käse und und und. Für Kinder gab es ein kleines extra Buffet, das sogar niedriger aufgebaut war, damit sie sich selbst bedienen konnten. Für Diabetiker gab es zudem extra ausgewiesene Speisen. Wer hier hungrig vom Tisch wieder aufstand, hat irgendetwas falsch gemacht. Tee und Kaffee gab es zum Buffet kostenlos, aber natürlich gab es auch Servicekräfte, die andere Getränkewünsche erfüllten.

Das Frühstück nahmen wir dank unseres Kabinen-Upgrades nicht auf Deck 7 ein, sondern auf Deck 15, mit tollem Ausblick aufs Meer – gerade zum Einlaufen in Oslo und am nächsten Tag wieder in Kiel. Die Atmosphäre auf Deck 15 war etwas ruhiger und exklusiver als auf Deck 7, aber ich weiß nicht, ob das Angebot anders war. Wir haben jedenfalls alles vorgefunden, was ein ordentliches Frühstück ausmacht.

Zwischen unseren Buffet-Mahlzeiten gönnten wir uns noch einen Eisbecher in der Observation Lounge, Spaghetti Bolognese im italienischen Restaurant und Cocktails zum Abend bei den Shows. Die Einzelpreise waren dabei schon etwas gehoben, aber für (norwegische) Schiffspreise im Rahmen.

Weitere Angebote an Bord und an Land

Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, unser Upgrade für einen Gang in den SPA-Bereich zu nutzen. Am Morgen, als wir in Oslo einliefen, war Steffen bereits im Fitness-Studio joggen und ganz begeistert von der Aussicht auf den Oslofjord. Auch von Sauna und Whirlpool hatte man den tollen Ausblick. Leider, zumindest für uns, ist der Sauna-Bereich für Männer und Frauen getrennt, sodass wir hier keine gemeinsame Zeit verbringen konnten.

Den Besuch im Spaßbad haben wir uns verkniffen. Vom Sonnendeck konnte man einen Blick auf die Wasserlandschaft werfen, aber die Öffnungszeiten waren doch sehr eingeschränkt und es war dann doch auch eher etwas für Kinder.

Während unseres kurzen Landgangs in Oslo entschieden wir uns für die dreistündige Stadtrundfahrt. 40 Euro pro Person klingt zwar auch erst einmal etwas teurer, war aber für die kurze Zeit, erst Recht bei ekligem Nieselregen, doch die beste Möglichkeit, möglichst viel von Oslo zu sehen. Was wir während dieses Ausflugs erlebt haben, könnt ihr hier nachlesen.

Fazit

Bei einer Überfahrt mit Color Line von Kiel nach Oslo ist eindeutig der Weg das Ziel. Unsere Reise mit DFDS Seaways von Ijmuiden nach Newcastle hatte noch eher den Charakter einer Fährüberfahrt. Bei Color Line steht das Vergnügen an Bord im Vordergrund, das Ziel ist dabei nebensächlich. Man muss das Schiff nicht einmal in Oslo verlassen. So gleicht diese Mini-Kreuzfahrt eher dem Aufenthalt in einer Ferienanlage, mit großem Freizeitangebot und Halbpension. Für uns war diese Art zu Reisen für ein verlängertes Wochenende ideal, weil sich das nötige Einfach-nur-mal-raus-Gefühl einstellte – die Ruhe und der Luxus der 5-Sterne-Suite haben dazu nicht unerheblich beigetragen.

Der Esel genießt den Sonnenuntergang aus der Kabine

Der Esel genießt den Sonnenuntergang aus der Kabine

Hinweis: Zu der Schlemmerkreuzfahrt von Sonntag auf Dienstag wurden wir von Color Line in eine 3-Sterne-Kabine eingeladen. Die Reise hatte einen Wert von 217,00 €. Wir bedanken uns recht herzlich bei Color Line für die großzügige Unterstützung. Unsere Meinung bleibt davon unberührt. Unser Kabinen-Upgrade und alle übrigen Ausgaben (Parken, Getränke, Stadtrundfahrt etc.) haben wir selbst getragen.

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9 Kommentare

    • Hallo Hubert,

      ohne nachgemessen zu haben, würde ich vermuten, dass die normalen Kabinen annähernd gleich groß sind. Auf der DFDS hatten wir ja auch erst eine 4-Bett-Kabine, die wir dann per Upgrade gegen eine Suite eingetauscht haben. In dem entsprechenden Artikel ist ein Bild dazu zu sehen. Auf der Color Line ist das mit dem Einklappen der Einzelbetten besser gelöst als bei DFDS. Auch das Fenster (Bullauge) ist größer. Dadurch ist die Gesamtwirkung der Kajüte schon einmal größer. Wenn alles ausgeklappt ist, bleibt es aber eng. Aber man soll ja seine Zeit auch nicht in der Kabine verbringen (und muss es auch nicht), außer zum Schlafen.

      Aber klar, die Suite war großartig und ich habe diesen Luxus schon sehr genossen 🙂

      Gruß, Carolin

  1. Ich mache die Minikreuzfahrt , wenn alles klappt, Ende März nochmal,es war einfach herrlich.

    Zu den getrennten Betten bei euch – das sieht man ja beider Buchung und kann da entsprechend reagieren.
    Zum Platzangebot in den „kleinen“Kabinen. Wir waren 4 Erwachsene, uns reichte das vollkommen aus. Selbst ewas essen und ne Büchse Bier trinken ist da kein Problem gewesen. Jeder hatte einen kleinen Rucksack für Zahnbürste,Fotozubehör und Kleinigkeiten dabei, fertig.
    Man ist doch nur zwei Nächte in den Kabinen und nicht 14 Tage.
    Vielleicht bin ich aber auch nur anspruchsloser.

    • Hallo Jörg,

      sicher, für zwei Nächte braucht man nicht viel Platz. Da wir unsere Reise nicht selbst gebucht hatten, hatten wir keinen Einblick in die Kabinenauswahl. Unsere etwas höheren Ansprüche kamen ja auch eher durch die Fernbeziehung, die wir ohnehin schon führen. Und mein Babybauch hat sich auch über etwas mehr Platz gefreut. Von daher war das Upgrade für uns genau richtig.

      Viel Spaß bei der nächsten Tour im März 🙂

  2. Marky sagt

    Hi, mich würde interessieren was das upgrade gekostet hat und ob man schon vor dem „aufs-schiff-gehen“ an diesen terminals fragen sollte oder erst an bord an der rezeption? Gruss und dank, mark

    • Hallo Marky,

      der Preis des Upgrade hängt davon ab, was man vorher gebucht und bereits bezahlt hat – also, Innen- oder Außenkabine, mit oder ohne Frühstück etc. Das schwankt also.
      Wir haben das Upgrade an der Rezeption auf dem Schiff gebucht. Das Check-In haben wir selbst an den elektronischen Terminals vorgenommen, dort kann kein Upgrade vorgenommen werden. An den sonstigen Schaltern waren sehr lange Schlangen. Ich weiß nicht, ob man dort ein Upgrade buchen kann. Spontan würde ich vermuten, dass das an Land nicht geht, weil wir auch auf dem Schiff erst noch eine Stunde warten mussten, ob tatsächlich eine andere Kabine frei ist.

      Ich hoffe, ich konnte dir damit helfen. Viele Grüße

  3. Schorsch sagt

    War der Aufpreis güstiger, gleich oder teuerer als direkt eine 5 Sterne Kabine zu buchen? Ich sehe eine Differenz von 1000 Euro.

    • Der Aufpreis an Bord war wesentlich günstiger. Wie ich in der Antwort an Marky schon schrieb, hängt der Aufpreis davon ab, was man bereits gezahlt hat. Das wird dann mit verrechnet.
      Insgesamt ist es aber günstiger, das Upgrade an Bord zu buchen – zumindest meiner Erfahrung nach.

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